Stromtankstelle dringend gesucht – Elektroauto laden als Abenteuer


Eine batterieelektrisches Auto für 100 Tage ist das eine, es auch laden zu können etwas anderes.

Neben einigen anderen Hürden die es hinsichtlich der Elektromobilität noch zu nehmen gilt, wird häufig die schlechte Infrastruktur genannt. Zumindest für (Innen-) Stadtbewohner ohne eigenen Stell- oder gar Tiefgaragenplatz mit der Möglichkeit des Steckdosenanschlusses ist das ein enormes Problem.

Ein Problem vor dem ich selbst aktuell mit dem Nissan Leaf stand. Ich wohne direkt in der Tübinger Altstadt ohne eigenen Stellplatz. Selbst mit einem solchen wäre das Problem nicht gelöst, die Stellplätze sind trotzdem öffentlich, ohne Lademöglichkeit versteht sich.

Ausgeholfen habe ich mir deshalb bislang mit der einen (!) Ladesäule der Stadtwerke Tübingen, die immer dann nutzte und auch weiterhin nutzen werde, wenn ich meine Einkäufe erledige. Alleine das hilft mir in der Regel den Leaf nahezu ohne Einschränkung nutzen zu können. Auch habe ich schon auf das Lemnet.org zurückgegriffen, ein internationales Verzeichnis von Stromtankstellen. Seit dieser Woche habe ich das Glück, dass mir die befreundete Werbeagentur Concept Design +3D die in der weiteren Nachbarschaft sitzt, einen ihrer Tiefgaragenplätze zum nächtlichen Laden zur Verfügung stellt – Vielen Dank an dieser Stelle dafür!

Öffentliche Ladeeinrichtungen gibt es wenige. Häufig sind die Säulen von Energieanbietern aufgestellt, was eine Anmeldung und eine Chipkarte erforderlich macht, was den praktischen Nutzen natürlich beim akuten Stromnotstand deutlich schmälert. Für solche Fälle sind die sog. CHAdeMO Schnelladestationen eigentlich prädestiniert. Aber mit einem Stückpreis von um die 15.000 € hält sich die Verbreitung dieser aus offensichtlichen Gründen in Grenzen.

Es ist also momentan nicht einfach im Alltag ein batterieelektrisches Fahrzeug zu fahren, wenn man privat nicht die notwendigen Ladeeinrichtungen zur Verfügung hat. Man muss sich schon ein paar Gedanken machen und ggf. andere Wege beschreiten, die ebenso wenig konventionell sein können wie die Technologie des jeweiligen Elektroautos.

greenmotorsblog.de


2 Kommentare

  1. Peter sagt:

    Die Politik muss hier ganz klar handeln. Es gibt noch ein weiteres Problem mit den Lade-Stellplätzen. Selbst dort, wo es solche Stellplätze gibt, wird kaum bis gar nicht geprüft, ob dort wirklich nur Elektroautos parken. Erst kürzlich fuhr ich auf einen großen Parkplatz in der Innenstadt, wo zwei Stellplätze mit Ladesäulen eingerichtet wurden, die aber von offenbar genervten Konvenzis eingenommen waren (VW/Opel-Fahrer im Übrigen…). Ich glaube kaum, dass das Ordnungsamt hier Bußgelder verteilt bzw. dass das gesetzlich bereits geregelt ist. Manchmal frage ich mich, ob die Politik heutzutage überhaupt noch selbständig mitdenkt oder man erst immer auf den Putz hauen muss…

  2. Dr. P. Hase sagt:

    Die Politik muss nicht nur so tun, als ob sie handelt, sondern übers Wochenende so ein perfektes japanisches Elektroauto Probefahren!

    Nur so bekommt die Politik ein Gespür dafür, daß sie gerade zig Millionen Förder-/Steuergelder zum Fenster rauswirft: nämlich um die deutschen Institute und Konzerne zu unterstützen die mangels im Verkaufsraum stehender deutscher Elektroautos nur eines im Sinne hat, nämlich die Japaner, die seit Jahren Elektroautos bauen die man überall Kaufen und Fahren kann und die rings um Deutschland herum bereits mit einer perfekt aufgestellten Ladeinfrastruktur glänzen wie die simple Schukosteckdose und Chademo-Schnellladung, mit neuartigen, mal wieder typisch deutsch überentwickelten Ladetechniken und Gutachten über Gutachten die kein Mensch braucht, auszubremsen.

    Deutsche Verhinderungspolitik auf meine Kosten – Nein danke! Das ähnelt dem Solar-Ausstiegsgesetz der Herren Röttgen & Rösler die ihre Kumpels mit den Braunkohle- und Kernkraftwerken zu unterstützen. Pfui!

    Andererseits kann ich auch unsere Politiker vollauf verstehen, es sollen ja um Himmels willen keine leistbaren deutschen Elektro- oder Hybridautos auf den Markt kommen, denn sonst würden ja Frau Merkel wertvolle Mineralölsteuer-Milliarden fehlen…

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