BMW & SGL Carbon – Elektroautos aus feinstem Tuch *Video*
BMW setzt auf Karosserien und Bauteile aus Kohlefaser und könnte damit die Elektromobilität revolutionieren.
Vor kurzem wurde das Joint-Venture aus BMW und SGL Carbon Mitglied im Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie. Das klingt zunächst recht ungewohnt, dachte man bislang wenn der Name BMW gefallen ist an sportliche und luxuriöse Autos. Und damit das im Zeitalter der Elektromobilität auch so bleibt, haben die Bajuwaren gemeinsam mit dem Wiesbadener Kohlefaserspezialisten SGL Carbon SE ein riskantes Manöver eingeleitet. Ziel der milliardenschweren Übung ist es Karbonfasern oder auch CFK (Carbonfaserverstärkter Kunststoff), zu vertretbaren Kosten im Fahrzeugbau einzusetzen um das Gewicht der damit gefertigten Elektroautos zu reduzieren. Das spezifische Gewicht von Kohlefasern liegt etwa 75% unter dem von Stahl.
In Moses Lake im US-Bundesstaat Washington hat BMW gemeinsam mit SGL Carbon ein Werk errichtet, das in einem komplexen Verfahren und unter hohem Energieaufwand aus Acrylfäden Kohlenstofffasern herstellt. Über Stunden werden die Fasern bei bis zu 1.300 Grad Celsius gebacken. Ganz wichtig dabei: Der dafür notwendige Strom wird aus regenerativer Wasserkraft gewonnen. Die Kohlefaserballen werden dann nach Deutschland verschifft, wo in einer von dem Joint-Venture betriebene Textilfabrik aus den einzelnen Fasern auf Webstühlen unterschiedliche Kohlefasergewebe entstehen.
Weltweit werden bislang jährlich nur etwa 35.000 Tonnen Karbon verbraucht. Zum Vergleich, der weltweite Verbrauch von Stahl liegt vierzigtausend Mal höher. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Kosten für Stahl aktuell bei bis zu 5 € pro Kilogramm liegen, die Kosten für ein Kilogramm Kohlefaser aber bei 80 € liegen. Genau darum geht es BMW und SGL Carbon. Kosten zu senken und das Material so einfach formbar zu machen wie Stahl, ohne die Zugfestigkeit der Carbonteile zu beeinträchtigen.
Geht die Rechnung auf, steht BMW gemeinsam mit SGL Carbon ganz oben auf dem Siegertreppchen. Geht der Schuss allerdings nach hinten los, müssen milliardenschwere Investitionen abgeschrieben werden. Und das dürfte selbst ein Riese wie BMW nur schwer verkraften. Trotzdem ist die Strategie hinsichtlich der angestrebten Ziele im Bereich der Elektromobilität die richtige.
greenmotorsblog.de – Quelle: Wirtschaftswoche

Tweet This
Share on Facebook
Digg This
Save to delicious
Stumble it
RSS Feed








Wow, interessanter Artikel, ich werde in ca. 3 Monaten mit meinem Praktikum bei BMW beginnen. Werde sow ei es ausschaut in der Qualitätssicherung eingesetzt werden. Würde mich total freuen, wenn ich mit solchen Materialien arbeiten könnte. Auf http://www.meinpraktikum.de/praktikum/bmw habe ich gelesen, dass man als Praktikant einen sehr guten Einblick in das Aktuellste und in die neusten Technologien bekommt. Mal sehen, ich werde auf jeden Fall auch meine Erfahrungen mit dem Praktikum bei BMW mitteilen.