EU weicht CO2-Grenzwerte auf – Der Persilschein par excellence


Laut einem Zeitungsbericht von „Die Welt“ weicht die EU auf Druck der Automobilkonzerne die CO2-Grenzwerte für Fahrzeuge auf.

Der CO2-Flottenausstoß europäischer Fahrzeughersteller soll u.a. dadurch gesenkt werden, indem die OEMs ihre Kunden zum Spritsparen erziehen. Funktionieren soll das indem beim Verkauf eines Fahrzeugs, mutmaßlich nur bei Neufahrzeugen, dem Kunden ein Spritsparkurs angeboten wird. Jep. Das ist quasi als ob man der Lebensmittelindustrie anbietet ihre Kalorienangaben auf der Verpackung dadurch senken zu können, dass sie den Verbrauchern eine Anleitung zur körperlichen Betätigung beilegt.

Nun klingt das so abstrus, dass es schon fast wieder lustig sein könnte, wenn dabei nicht der Gedanke aufkommen würde, dass die Automobilhersteller aus reiner Bequemlichkeit gar nichts an der Ist-Situation ändern wollen. Oder noch viel schlimmer, ihnen die Kompetenz fehlt die Verbräuche Ihrer konventionell angetriebenen Fahrzeuge überhaupt senken zu können. Gerade den deutschen Herstellern sollte dies den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Ist „Made in Germany“ bei Autos nur ein Synonym für Spritfresser aus vergangenen Zeiten, immerhin ist die Technologie bereits 125 Jahre alt, und gar nicht für verbrauchsarme oder gar (sprit-)verbrauchlose Fahrzeuge?

Angesichts von bis zu zweistelligen Milliardengewinnen läuft eine betriebswirtschaftliche Begründung für zu hohe Kosten für die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben jedenfalls vollkommen ins Leere. Innovation, die sich vor allem die deutschen Premiumhersteller so gerne groß auf die Fahne schreiben sieht jedenfalls anders aus. Schon Marx wusste vor über 160 Jahren, dass technischer und ökonomischer Fortschritt nur durch die Verdrängung von Altem durch Neues möglich ist und nicht durch (lächerliche) Spritsparkurse… Nicht, dass jetzt der Eindruck aufkommt, dass nur Spritsparkurse helfen sollen. Nein. Die EU gesteht darüber hinaus auch die Anrechnung von “Infrastruktur, (Fahrverhalten) und andere Maßnahmen” zu. Na wenn das vom Strategiepapier der “Cars-21-Gruppe” kein Persilschein par-excellence ist.

Diese Entscheidung der EU ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen Hersteller die tatsächlich mit alternativen Antrieben für die Reduktion des CO2-Ausstoßes ihrer Fahrzeugflotten sorgen und bislang gesorgt haben. Speziell nicht-deutsche Hersteller sind dadurch ganz merkwürdiger Weise am meisten betroffen.

Das hat dem einen oder anderen Lobbyisten aus der Öl- und Autoindustrie sicherlich ein schön sprudelndes Champagnerbad eingebracht.

greenmotorsblog.de


2 Kommentare

  1. LK sagt:

    Wird vorrangig wegen den deutschen Konzernen aufgeweicht, weil sie ihre rückständigen Dreckschleuderer nicht sauberer bekommen… siehe Audi. Da fehlt einfach das Fortschrittdenken und Know-How.

  2. Treehugger sagt:

    Es ist immer wieder auf`s Neue erstaunlich wie sehr die so hoch innovative und über alle Maßen tolle deutsche Automobilindustrie partout nicht den Schritt in die Zukunft tun möchte, sondern lieber weiterhin in der Vergangenheit lebt. Wenn das mal nicht ein neuerliches Armutszeugnis ist…eine Schande.

    Triumph für die deutsche Autolobby: Schwer darf mehr – http://www.spiegel.de/auto/aktuell/co2-grenzwerte-deutsche-autolobby-siegt-ueber-eu-kommission-a-843509.html

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